Ohne die Hilfe Einheimischer ist man auf der Rallye aufgeschmissen. All die freundlichen Menschen hier aufzuzählen, ginge kaum, denn es begegnen uns so viele, jeden Tag, in jedem Land — stellvertretend hier zwei unserer Heroen.

Miljan, Niksic/Montenegro
Als wir komplett erschöpft und sehr spät in Niksic in Montenegro eintrafen, begegnete uns der junge Germanistikstudent Miljan: Er saß vor dem Hotel im geparkten Auto, das W-LAN-Netz dort nutzend, um seine Arbeit über Kafka noch vor Mitternacht abzuschicken. Er sah die deutschen Nummernschilder und kam freudig auf uns zugerannt. Er hieß uns in seinem Land herzlich willkommen und half, im Hotel den Preis zu drücken, sodass wir im vorgeschriebenen 11 Euro-Budget blieben.
Und dann führte Miljan (nach Mitternacht!) uns hungrige Wölfe zu einer Bäckerei, wo man anklopft und zu später Stund köstliche warme Teigtaschen wahlweise mit Hackfleisch oder Käse erstehen konnte. Eine montenegrinische Sitte oder einfach nur ein Brauch in Niksic? Wir wissen es nicht, wir sagen nur: Danke, Miljan!
Ozan, Istanbul/Türkei
Wenn Miljan uns wie ein Engel in der Nacht erschien, muss Ozan (Foto) heilig gesprochen werden. Wir kannten ihn nicht, und er wusste bis zu unserem Stopp in seiner Stadt nichts von uns. Der Kontakt entstand über Dritte. Ozan ist ganz klar unser persönlicher Held der Rallye. Er hat:
- für uns günstige Unterkünfte im asiatischen Teil Istanbuls gefunden
– uns ohne Umwege von der Blauen Moschee zur Fähre geführt
– auf der Fähre Stempel und Unterschrift besorgt
– mit uns das Fenerbahce Vereinslied geprobt und im Stadion mit “performed” (wir hatten ihn gut versteckt)
– uns auf seinen Schleichwegen direkt ans Stadion gebracht
– das deutsche Bier entgegen genommen (Aufgabe nicht im Detail erwähnenswert)
Und er hat uns am Abend zur besten Dönerbude Fenerbahces geführt. Es war großartig! Und Ozan, im wirklichen Leben tatsächlich Reiseführer, war es auch. Zudem, so gestand er mir, ist der Fenerbahce-Anhänger dem FC Schalke 04 herzlich zugetan! Nur dank seiner Hilfe konnten wir wenigstens ein paar Stunden entspannte das atemberaubende Instabul genießen.
