Magsein

Aber nicht egal

kicker-Managerspiel – geliebtes soziales Netzwerk!

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Soziale Net­zw­erke machen Spaß! Das kicker Online-Managerspiel ist dafür ein schönes Beispiel. Klar, dass unser Team Ehgner Eck auch bei der WM-Variante mitmischt.

Die Diskus­sion über Social Media konzen­tri­ert sich zunehmend auf die Frage, wie sie sich sin­nvoll für wirtschaftliche Zwecke ein­set­zen lassen. In erster Linie jedoch ver­net­zen Social Media nicht Pro­dukte, son­dern Men­schen. Für sie sind diese Medien gemacht, um ort­sun­ab­hängig Per­sön­liches und Wis­sen auszu­tauschen oder sich für eine Sache einzuset­zen. Oder sie machen ein­fach nur Spaß.

Kaum ein Online-Netzwerk ver­mag schon seit Jahren so vie­len Men­schen so viel Freude zu bere­iten wie das kicker Online-Managerspiel. Wer diesen Klas­siker in seiner unnachahm­lichen Tiefen­wirkung begreift, der hat ver­standen, wie emo­tionale Bindung an ein Net­zange­bot funk­tion­iert, sich mit der Zeit entwick­elt, und dass Online-Vernetzung dur­chaus pos­i­tive Auswirkun­gen auf das wirk­liche Leben haben kann (von wegen viel online zu sein führe zwangsläu­fig zu sozialer Verarmung).

Das Man­ager­spiel

Das kicker-Managerspiel startete 1991 in der Print­aus­gabe. Die Möglichkeit, sich online selbst anzumelden, wurde zur Bun­desli­ga­sai­son 1997/98 nachgere­icht. Die Idee dahin­ter: Fußbal­lver­rück­ten ein Online-Forum zu bieten, in dem sie für die Bun­desliga eigene Teams auf­stellen und sich über ein Punk­tesys­tem miteinan­der messen kön­nen. Aus heutiger Sicht unvorstell­bar: Damals bevorzugte noch ein beträchtlicher Teil der Mit­spieler den Weg, sich per Postkar­ten­coupon statt online anzumelden.    In diesen Anfangszeiten war der Online-Manager ein­sam weil als Einzelkämpfer unter­wegs. Er wartete ein­fach nur ges­pannt auf die mon­tägliche Auswer­tung des Spielt­ags.    So richtig in Fahrt kam die Chose erst, als sich aus der Classic-Version (der oben beschriebe­nen wenig flex­i­blen) zusät­zlich die Interactive-Variante entwick­elte: Nun kon­nte man nicht mehr nur ein Team zusam­menkaufen, son­dern es zudem vor jedem Spieltag umstellen. Noch span­nen­der ist das Online-Managen, seit es jew­eils zur Win­ter­pause die Trans­fer­phase gibt: zum Nieten ver­scher­beln um neue Hoff­nungsträger ins Team zu holen. Von dem Moment an, als die Teil­nehmer aktiver ein­greifen kon­nten, boomte das Man­ager­spiel. Die Krö­nung und der emo­tionale Durch­bruch gelang kicker.de mit der Ein­führung der Man­agerliga, in der sich Online-Manager zu Man­agerteams zusam­men­tun. Die Indi­vid­u­al­ität bleibt durch die Teameinzel­w­er­tung erhal­ten, doch die Lig­aw­er­tung steht über allem.

Gen­er­a­tio­nen und Orte vernetzen

In unserem konkreten Fall „Team Ehgner Eck“ han­delt es sich um zehn Man­ager, ein bunter, durch­schnit­tlicher Haufen, der sich bei Lig­a­grün­dung nur zum Teil kan­nte – die unterkühlte Welt der Onlinenet­zw­erke als Fre­und­schafts­börse. Wir sind im Alter von 17 bis 56 Jahren. Damit ist ein wesentlicher Fak­tor erfüllt, den viele mit Social Media anstreben: Das Man­ager­spiel ist gen­er­a­tionsüber­greifend.    Unser Jüng­ster hat seine erste Mannschaft online aufgestellt, da war er ger­ade mal acht Jahre alt. Der Com­puter ist von jeher sein bester Fre­und, von Fußball ver­stand er schon damals eine Menge  – mit Hilfe des Bundesliga-kicker lernte er prak­tisch das Lesen. Einzig bei der Online-Anmeldung und beim Ein­hal­ten des Bud­gets brauchte er ein wenig Hil­festel­lung, den Rest regelte er vol­lkom­men eigen­ständig.    Unser Senior ist Betreiber der Rot­ten­burger Kneipe Ehgner Eck, ein wan­del­ndes Fußbal­llexikon und kraft dieser Autorität unser Chef­coach. Seinen ersten Com­puter hat er sich mit über 40 zugelegt, den Umgang mit dem Gerät sich selbst beige­bracht. Umständliche Anmeldewege rauben ihm heute noch den Nerv, das war zu Beginn des kicker-Onlinespiels etwas prob­lema­tisch. Mit­tler­weile ist das für jeden leicht zu bew­erk­stel­li­gen.  Der Großteil unseres Teams kommt aus dem­sel­ben Ort im Schwäbis­chen und trifft sich regelmäßig in der Chefcoach-Kneipe zu Cham­pi­ons League und Co. Doch wir haben auch Man­ager aus Freiburg und Kon­stanz — online eben alles kein Prob­lem. Zudem erlaubt die Lig­av­er­net­zung jedem, die Teams der anderen zu beobachten.

Virtuelle Welt…

Ab und zu gibt es Mails an alle über einen handgestrick­ten Man­agerverteiler. Drei von uns chat­ten hin und wieder in Face­book. Auf MAG­sein ste­hen unter der Kat­e­gorie „Tabel­len­spitze“ in (äußerst) loser Folge unter anderem Beiträge zum Man­ager­spiel. kicker.de bietet seiner Com­mu­nity zudem die üblichen Social-Media-Features. User kön­nen per­son­al­isierte Start­seiten gestal­ten, Pro­file anle­gen, Fre­unde suchen (auch externe) und sich mit ihnen ver­net­zen. Ob Managerspiel-Features, Face­book oder Twit­ter (das hier überhaupt nicht stat­tfindet) – da geht es uns ehrlich gesagt wie wahrschein­lich den meis­ten: Wir nutzen nur das, was wir notwendi­ger Weise brauchen.

… mit wirk­lichem Leben vernetzen

Denn viel wichtiger sind uns unsere Real-Life-Rituale:  Zum Saison­start tre­f­fen wir uns zum Man­ager­stammtisch (sozusagen unser Experten-Workshop), zu dem, so sie es zeitlich ein­richten kön­nen, die Auswär­ti­gen extra anreisen. Dort disku­tieren wir lei­den­schaftlich, stun­den­lang und trink­freudig Spiel­ereinkäufe, mögliche Auf­stel­lun­gen und tak­tis­che Auswech­slungsvari­anten. Dieses Rit­ual wieder­holt sich in der Trans­fer­phase. Der per­sön­liche und der Online-Austausch – eine per­fekte Mis­chung. Dass wir im Bei­sein anderer über unsere Teams reden „wie in echt“, wirkt auf manche etwas befremdlich. Uns egal. Und natür­lich sind wir auch zum aktuellen WM-Managerspiel, das nun erst­mals einen Spon­soren­na­men trägt und wie ein Deo heißt, als Team Ehgner Eck angetreten.

Nach­haltig erfol­gre­ich durch sozialeres (Online-) Miteinander

Im Man­agerver­bund gibt es uns seit fünf Jahren. Seit wir virtuell enger zusam­mengerückt sind und unsere Team­pla­nun­gen offen legen, haben wir uns enorm verbessert: Von 12.681 Teams belegten wir in der let­zten Runde Rang 219 (vor­let­zte Runde gar einen phänom­e­nalen 139. Platz); ange­fan­gen haben wir im hohen vier­stel­li­gen Bere­ich. Unser Team­coach schaffte es in einer Spielt­agswer­tung auf einen ein­stel­li­gen Platz — wir waren stolz auf ihn wie Oskar.    Das Online-Managen hat sich nicht nur für uns zunehmend pos­i­tiv entwick­elt: Nach­dem im ersten Jahr 37.900 Man­ager mit­machten (wovon sich noch 30.000 auf postalem Weg anmelde­ten), durfte sich kicker.de in der let­zten Sai­son in der Summe aller Spiel­vari­anten über die unglaubliche Gesamt­teil­nehmerzahl von 616.000 freuen. In der vor­let­zten Sai­son 2008/2009 gab es einen Rekord von ca. 700.000 Online-Managern. Im Managerspiel-Forum gibt es hun­der­tausende von Beiträ­gen, wovon jene, die trans­par­ent Fußball­wis­sen und Auf­stel­lun­gen trans­portieren, die meis­ten Disku­tan­ten und Rück­mel­dun­gen haben.    Nach wie vor leis­ten sich diejeni­gen unseres Teams, die das schon immer getan haben, die Print­aus­gabe des kicker. Das Bun­desli­ga­heft ist für alle Pflicht. Das Online-Managen hat also zumin­d­est bei uns nicht dazu geführt, dass wir die Hefte nicht mehr kaufen.

 

 

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